Samstag, 21. September 2013

Irgendwo da draußen...


... in Indien. :)  Mir geht es auch ganz gut hier und so langsam kehrt ein bisschen Normalität ein. Trotzdem fehlt mir hier manches, wie z.B....

-  Kohlensäure!
-  Der Herbst, sich einfach einen dicken Pulli anziehen, einen Schal und mit einer Tasse
   Tee und einer Decke auf das Sofa kuscheln!
-  Salat mit "Homemade" - Salatsoße!
-  Lattenrost in den Betten (schätzt euch glücklich, dass ihr einen habt)
-  Bäume und Natur! Die gibt es hier in der Stadt nämlich gar nicht – Null Natur, Null
   Wald! Nur Staub :D
-  Ein ordentliches Frühstück mit Brötchen und Nutella oder echter selbstgemachten
   Marmelade.
-  Einfach über die Straße gehen und beim Roma Eis essen, auch wenn die Eis Saison
   schon rum ist.
-  Spontane Treffen und Spieleabende
-  Offene Haare haben, ohne dabei vor lauter Hitze einzugehen.
-  Deutsches Essen, wie Dampfnudel mit Kartoffelsuppe (am Besten von Oma und
   Mama), Spätzle, Brezel oder auch nicht unbedingt deutsches Essen aber trotzdem:
   Pizza/Flammkuchen oder Lasagne!
-  Fahrrad fahren
-  Meinen Schrank durchwühlen, was ich wohl heute anziehen möchte (welcher
   Schrank?! Ich hab hier gar keinen :D )
-  Meine Soul Sisters und wöchentliche CVJM Treffen! (oder Stand Up wie z.B. heute,
   habt einen schönen und gesegneten Abend!)
-  Einfach mal alleine aus dem Haus gehen für einen Spaziergang oder so.
-  … und natürlich EUCH!!! J

Hier habe ich noch ein paar Bilder von meinem Zimmer, damit ihr seht wie ich hier lebe J
 Das rechte Bett ist meins :)

 ein bisschen Deutschland - Feeling im Zimmer.

 

Ansonsten offenbart sich für uns das Schönste der Schulzeit – 10 Tage Ferien stehen uns bevor. Gerade auch weil es so scheint, als ob ich hier noch nicht viel gearbeitet habe, oder Große Dinge bewegt haben ist es etwas komisch nun frei zu haben, aber gegen staatliche Ferien können wir nun Mal auch nichts machen. Wir werden die Zeit nutzen für einen kleinen Trip, um das Land noch besser kennenzulernen und Indien etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Deswegen gilt für mich bis nächsten Sonntag: Alle haben Internet nur der Inder net.
Bis die Tage meine Lieben! J

 

Montag, 16. September 2013

Counting Stars


Jetzt liege ich hier auf meinem Bett mit einem richtigen Eisbauch. Wir waren nämlich gerade richtig fett Eis essen, an das gute handgemachte Romaeis kommt es natürlich nicht ran. Aber es gab total viel Auswahl, mit Schokosoße oder Karamellsoße und Schokoraspeln oder Smarties und und und. So haben wir alle fast 300g Eis pro Person gegessen, es war wirklich sehr gut! J Hatte alles etwas einen Amerikanisch/Europäischen Flair, nur wenn dann an der Glaswand plötzlich ne Kuh vorbei läuft realisiert man doch wieder, dass man in Indien in einem Ice-Cream Shop sitzt.


In den letzten Tagen war irgendwie ganz schön viel los. Am Samstag hatten die Inder schon wieder was zu feiern – Teacher’s Day. Ein Tag zu Ehren der Lehrer, der im ganzen Land gefeiert wird. Er wird an dem Geburtstag eines ehemaligen Politikers gefeiert. Dieser hat sich während seiner Amtszeit sehr für die Lehrer und Bildung eingesetzt hat. Hierzu wurden wir auch eingeladen. Den Tag feierten beide Schulen des YMCA Madurais zusammen. Es gab Dankesreden für die Lehrer und die Lehrer haben etwas vorgeführt um die Kinder etwas zu bespaßen. Es gab Tänze und Sketche. Bei manchen Tänzen fühlte man sich auch schon ein bisschen wie in Bollywood. Die Lehrerinnen trugen alle bunte Saris und haben sich fein rausgeputzt. Da ist mir aufgefallen wie eintönig wir Deutschen uns doch kleiden. Oft eher dunkle Farben und hier sind die Klamotten alle so mega bunt. Auch wir haben Programm gemacht, ein Segenslied für die Lehrer gesungen und noch zwei Spiele angeleitet zusammen mit den beiden Freiwilligen aus Dänemark, sie arbeiten auch im YMCA hier für 4 Monate jedoch in anderen Projekten. Wir spielten „Do you like your neighbour?“ das ist so ähnlich wie Obstsalat und gordischer Knoten. Auch wenn das mit rund 40 Lehrerinnen doch recht schwierig war, weil es mehrere kleine Kreise gab und so der Sinn irgendwie verfehlt wurde – für alle die, der gordische Knoten kenne. Aber es hat Spaß gemacht J
  Alle haben sich rausgeputzt und schick gemacht. Lauter Glitzerkleidchen überall bei den Mädels.


 Die Kinder fandens witzig.


Die typisch indischen Tänze der Lehrerinnen.



Seit Samstag sind wir doch tatsächlich in Indien registriert. Auch wenn dieser Prozess etwas verwirrend war und so manche unnötige Autofahrten mit sich brachte, sind wir nun doch ziemlich erleichtert, dass das alles so gut über die Bühne gegangen ist und vor allem auch noch rechtzeitig.

Gestern waren wir wieder in der Kirche und nach der Kirche gab es einen Flashmob, wo wir mitgemacht haben. Total cool! Ihr könnt euch das Originalvideo auf YouTube anschauen (http://www.youtube.com/watch?v=8KX2-J6uS-o) Es war wirklich genial mit den Jugendlichen der Kirche einfach zu tanzen mit einer Message dahinter – einfach ne andere Art Lobpreis zu machen.

Das witzige war, dass auch viele dann einfach so mitgetanzt haben – auch der Pfarrer. Als das Lied zu Ende war meinte Pfarrer, ach lasst uns doch einfach nochmal tanzen! Und auf geht’s, also noch ne Runde. J
Abends waren wir dann das erste Mal außerhalb essen. Zusammen mit den beiden Dänen, Mathilde und Pernille waren wir im Hotel Supreme auf der Dachterrasse essen. Wir hatten einen gigantischen Ausblick über Madurai bei Nacht, man konnte sogar die Sterne zählen (counting stars). Was machen natürlich wir deutschen in einem Restaurant in Indien – natürlich wir haben Spagetti mit Tomatensoße gegessen. Auch wenn es irgendwie nicht wirklich nach Tomatensoße geschmeckt hat, war es gut. Vielleicht sind unsere Geschmacksnerven ja durch die Schärfe schon zerstört? :D
 Unser Ausblick über die Stadt während des Essens.

Indische Spagetti mit Tomatensoße und Chees Naan, das war lecker!
 


Um Mitternacht haben wir dann auf der Terrasse gepicknickt (man konnte immer noch Sterne zählen)! Wieso? Hanna hat Geburtstag! J Da musste natürlich ein besonderer Plan her. Svenja und ich haben ihr die Augen verbunden und sie auf die Dachterrasse geführt, dort erwartete sie dann ein „Picknick“ mit  Kerzen, Geschenk, Musik und Sprite zum Anstoßen.



Nachts sind die Straßen in Indien wie leergefegt, fast wie eine Geisterstadt in alten Westernfilmen. Bis auf ein paar Kühe auf der Straße. :)

 

Das hört sich nicht wirklich nach Arbeit an, wieso ich da bin – das denkt ihr sicher? Unter der Woche arbeiten wir nun jeden Tag in der Schule und helfen den Lehrerinnen so gut wie es geht. Im Moment sind in der Schule gerade Exams, darum besteht unsere Hauptaufgabe im Moment die Kinder in den Stunden zu beschäftigen, die gerade nicht geprüft werden. Denn der Schüler, der geprüft wird sitzt in der Klasse und wird von der Lehrerin vor den Augen der anderen Schüler und oft noch den Eltern geprüft. Das ist etwas unvorteilhaft, denn viele Kinder sitzen dann einfach den ganzen Tag nur rum und machen so gut wie nichts. Wenn sie dann sowieso keine Lust haben, dann wird das ganze nochmal etwas schwer die Kinder probieren zu animieren etwas zu tun. Aber man hat die Kinder hier wirklich schon richtig ins Herz geschlossen und es ist immer wieder richtig schön wenn man aus dem Auto aussteigt und ganz viele kleine braune Augen dich voller Leuchten anschauen, dir Hände entgegen gestreckt werden um dich abklatschen zu wollen oder Kinder die dich einfach auch nur umarmen wollen.
 

Heute haben wir in der Schule zum ersten Mal auf Bananenblätter gegessen. Ein Junge in der Schule hatte Geburtstag und seine Eltern haben das Essen gesponsert. Aber es war auch wieder ganz schön scharf, ich glaub das dauert einfach noch bis wir uns dran gewöhnen, wenn überhaupt. Wer weiß J

 
Es gibt auch neues vom Tamilunterricht. In der letzten Stunde fragten wir uns, was wohl „I miss you“ auf Tamil heißt. Unsere Lehrerin erzählte uns dann, dass es diesen Ausdruck in Indien gar nicht gibt. Die Inder kennen „vermissen“ eigentlich gar nicht, weil immer alle auf einem Fleck  bleiben. Das Wort kam erst in den letzten Jahren zu Tamil dazu, weil für manche sich in den letzten Jahren die Möglichkeit bietet, irgendwo anders zu studieren.  Es ist ein Englisch-Tamil mix, also das Wort: Misspandren – Ich vermisse dich!

Wie geht’s euch? Mich würde echt mal interessieren wer so alles meinen Blog liest J Freu mich über Nachrichten von euch, also haut in die Tasten!

Warme & sonnige Grüße aus Indien! J

Counting Stars – One Republic

 

Donnerstag, 12. September 2013

Too little too late

Gestern, also zwei Tage nach Ganeshas Geburtstag gab es dann die besagte Parade. Und das war nicht nur eine. Irgendwann gegen Mittag haben wir plötzlich IN UNSEREM ZIMMER lautes Trommel von der Straße gehört und haben uns erst nichts dabei gedacht, es ist ja dauerhaft Betrieb vor unserem Haus und gelegentlich hört man auch Stimmen durch Mikrofone oder was ihr euch noch alles ausmalen wollt. Hier ist glaub ich nichts unmöglich. Doch es hat immer wieder neu angefangen, mindestens 10 „Festzüge“ mit Trommlern, Tänzern, Autos oder andere Fahrzeuge um ihre Ganeshas zu transportieren. Es gab große Ganeshas, kleine Ganeshas (Dick oder Dünn, da gabs keinen Unterschied, die Form ist immer gleich)und auch sonst in allen vorstellbaren Variationen. Die Gaudi wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. :D Spaßeshalber schlossen wir daraus, dass die Inder nicht mal bei solchen Festen pünktlich sind J Wieso, Weshalb oder Warum die Parade stattfand wissen wir auch nicht, aber eins weiß ich: Vor eurem Haus ist sicher nicht so viel los, als vor meinem - Hab ich recht, oder hab ich recht? J

 
 
 
 


Im Supermarkt haben wir ein bisschen Heimat gefunden, Schokolade  „Made in Germany“ – ihr wisst gar nicht wie gut sich das für uns anhört. Deutsche Schokolade! Da macht es auch nichts, dass sie aussieht als wäre sie schon öfters geschmolzen und wieder zu Schokolade geworden ist, also fester Schokolade. (ihr wisst was ich mein;))


Gestern hatten wir auch unseren ersten Tamilunterricht. Unsere Lehrerin ist total nett und geduldig mit uns. Findet es aber auch sehr witzig, dass wir über Sachen diskutieren wie man sie jetzt ausspricht, denn sie meinte „Ich höre da keinen Unterschied, das hört sich alles gleich an. Ich versteh immer das richtige, ob jetzt mit e oder a“ Wir können jetzt zumindest mal fragen Wie heißt du…, Woher kommst du…, Ich komme aus… . Naja können ist übertrieben, es steht zumindest auf Papier.

Morgen geht’s weiter mit Tamilunterricht, irgendwie erinnert es mich Tamil ein bisschen an Spanisch. Nur ist es viel viel komplizierter, man kann einfach nichts ableiten. Der nächste Termin der Morgen ansteht ist der Polizei einen Besuch abzustatten. Ungefähr unser dritter oder vierter Besuch in dieser Woche. Keine Angst wir haben nichts angestellt, aber wir müssen uns innerhalb der ersten 14 Tage in Indien registrieren und die Zeit wird knapp. Wenn das in Indien gesagt wird muss das schon was heißen. Deswegen heißt es morgen bei der Polizei vorsprechen, oder so ähnlich. Zu uns hieß es, mit den Deutschen in Indien sei es etwas kompliziert. Ich hoffe das klappt alles noch pünktlich, was bei den Indern ja schon ein kleines Weltwunder wäre J
 
Too Little Too Late - JoJo


Wie geht’s euch?  Was treibt ihr?

Montag, 9. September 2013

These days


Nun sind schon ein paar Tage vergangen nach meinem letzten Blog Eintrag. Dann will ich euch mal auf den neusten Stand bringen.

Wir haben doch am Freitag tatsächlich angefangen zu arbeiten. J Wir saßen in zwei Klassen mit drin, so Referendar ähnlich. Den ganz Kleinen durften wir helfen zu malen und in der anderen Klasse waren nur Kinder drin, die zusätzlich zu ihrer geistigen Behinderung auch nicht sprechen konnten. Hier hat die Lehrerin mit ihnen Sprechübungen gemacht, um beispielsweise die Mundmuskulatur zu trainieren. Die Kinder hier lernen auch Kleinigkeiten wie Namen von Obst und Gemüse, das gute dabei: wir können gleich mit  Tamil lernen. Auch wenn ich euch jetzt ungefähr nur noch - wenn’s hochkommt - eine Sache sagen könnte. Die Lehrerinnen finden es doch immer wieder amüsant, wenn wir uns an Tamil versuchen. Diese Woche werden wir noch in andere Klassen reinschauen bevor es dann nächste Woche richtig losgeht.

Das Wochenende hatten wir frei und haben es genutzt, um ein bisschen die Stadt zu erkunden und Stoff einkaufen zu gehen. Obwohl ich jetzt schon eine Woche da bin ist das alles einfach noch wie im Film, wenn man durch die Straßen läuft. Nur, dass man den Gestank an manchen Ecken leider schlecht ausblenden kann oder nicht einfach vorspulen kann. Da könnt ihr euch glücklich schätzen, dass ihr nur die Bilder seht ;) Man hat auch das Gefühl, dass die Leute einen schon etwas kennen und wir nicht mehr so sehr als Touristen gesehen werden. Trotzdem ist es komisch etwas Besonderes zu sein, nur weil man „Weiß“ ist. Oder man deswegen heimlich aus dem Auto heraus fotografiert wird. Alles schon vorgekommen.
 Ich ganz in meinem Element :)



Solche "Stände" sieht man überall auf den Straßen. Menschen sitzen auf der Straßen und verkaufen ihr Obst. Manches sieht gut aus, manches weniger.

 
An guten Vorsätzen mangelt es den Indern nicht. "Clean & Green City. Together we can do it" kann man hier wohl vergessen wie ihr selber seht. Die Ironie in diesem Bild ist einfach unübertrefflich. Obwohl, es gibt auch Schilder "Wear Helmets" - bisher hab ich vielleicht 3 Leute mit Helmen auf der Straße gesehn ;)


 

Das erste Mal gewaschen haben wir auch schon und da im Moment auf das Wetter nicht wirklich verlass ist (oft sieht der Himmel dunkelschwarz aus) haben wir quer durch unser Zimmer eine Wäscheleine gespannt. Irgendwie muss die Wäsche ja auch trocknen.
 

Heute ist vor unserem Haus wieder ganz groß Party angesagt, eigentlich zumindest. Nur so nebenbei – es wurden glaub ich auch schon mindestens zwei oder drei politische Treffen vor unserem Haus veranstaltet – also immer Halli Galli hier.
Irgendeine politik-kommunisten-Demo-Veranstaltung oder so ;)
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie toll es ist in der Nacht oder früh am Morgen mit indischer hindu-Musik oder Trommelschlägen geweckt zu werden – ein Traum :D  Zu uns hieß es, dass die Inder von 365 Tagen im Jahr an rund 200 Tagen am Feiern sind. Da ist es kein Wunder, dass wir heute schon unseren ersten freien Tag genießen dürfen, der Grund: Ganesha, ein Hindugott mit Elefantenkopf hat Geburtstag. Nur irgendwie blieb die ganz große Party aus.

Heute haben wir uns kurzer Hand dafür entschlossen auf der Dachterrasse ein paar Bilder zu schießen, um uns die Zeit zu vertreiben J





 

 

Freut mich übrigens, dass Du meinen Blog liest!

Bis bald! Passt auf euch auf! J

Foo Fighters - These Days

Donnerstag, 5. September 2013

Sea of faces


Wanakam (= Guten Morgen), das wohl meist benutzte Wort in den letzten zwei Tagen. Denn wir haben  die verschiedenen Projekte, die der YMCA Madurai hat und unterstützt besichtigt. Unteranderem auch die Schule für Mentally Challenged (Kinder mit geistiger Behinderung), wo Svenja, Hanna und Ich ab Freitag oder auch erst Dienstag arbeiten werden, genau wissen wir das noch nicht. We will see J

In der Schule angekommen wurden wir total herzlich empfangen von ein paar Kindern und Lehrerinnen. Wir bekamen eine selbstgemachte Blume als Willkommensgeschenk und wurden auf typisch Indische Art begrüßt, mit Zucker beschenkt, Rosenwasser gesegnet und mit einer orangenen Paste bekamen wir einen Punkt auf die Stirn. Es soll eine Art „süße“ Begrüßung sein. Wir wurden durch die Klassen geführt, jedes Mal hieß es Wanakam und wir lernten die Kinder kennen. Wenn wir in die Zimmer kamen schauten uns ganz viele große braune Augen an, winkten und freuten sich tierisch uns zu sehen. Wir waren ziemlich interessant, manche wollten einfach lieber uns ankucken als an die Tafel schauen. Sie lachten und freuten sich  und wollten unsere Namen wissen. Auch sie stellen sich uns vor – eigentlich bin ich ja nicht so schlecht im Namen merken, aber die Namen sind einfach soooo anders und irgendwie sehen sich die Kinder alle irgendwie ähnlich. Naja eben dunkle Augen, dunkle Haare, dunkle Haut und zu meinem Pech tragen sie alle Schulunifromen – keine klitze kleine Möglichkeit sie auseinanderzuhalten. Das wird wohl eine Herausforderung und mein Köpfchen muss sich da ganz schön viel merken, ich hab ja auch noch sechs Monate Zeit wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. In einer Pause zwischendurch haben wir noch Kokosnuss-Wasser, das war es glaub ich, getrunken, aus einer Kokusnuss – typisch indisch. Soll auch gut für den Magen sein, weil da viele Mineralien drin sind. Wir sollen es auch trinken wenn es nicht schmeckt (was es nicht wirklich tat)  – aber irgendwie war mir danach richtig schlecht :D Vielleicht hab ich auch nur zu viel davon getrunken, oder es waren zu viel Mineralien ;) Kleiner Spaß.


Die Kinder in ihren Unterrichtsräumen, während dem Unterricht. 


 Beim Mittagessen.


Shamila (links), die zwei Dänischen Freiwilligen, wir und die Headmistress (rechts)

Shamila, die Leiterin der Schule und eine Art „Ersatzmama“ für uns erzählte uns viel über die Geschichte der Schule und wie alles entstanden ist. Mich hat vor allem ihr Glaube und das Gottvertrauen aller hier im YMCA beeindruckt. Sie sind so stark und zuversichtlich und leben wirklich in dem Vertrauen, dass Gott sie versorgt. So wie es in der Bergpredigt heißt, macht euch keine Sorgen. (Matthäus 6,26) Sie erzählte, dass sie am Anfang des Monats oft nicht wissen, wie sie alles bezahlen sollen, doch am Ende reicht es doch immer. Gott sei Dank ;) Da frage ich mich, über was machen wir uns eigentlich alles Sorgen? Wir sollten einfach leben und darauf vertrauen, dass Gott uns versorgen wird. Denn wie es geschrieben steht, wir sind doch viel mehr „wert“ als die Vögel.

Außerdem besichtigten wir noch die Schule für Gehörlose Kinder. Hin ging es in der Rikscha. Meine erste Rikschafahrt -  Ich mit drei Inderinnen in eine Rikscha, war für echt ein Erlebnis. Ich habs überlebt, keine Sorge. Aber manchmal dachte ich wirklich, gleich krachts. Daran muss ich mich erst einmal gewöhnen, die fahren hier so dicht aufeinander. Aber der Verkehr hier ist ein anderes und viel zu großes Thema.
Meine 1. Rikschafahrt

Zurück zur Schule. Es ist wirklich beeindruckend mit welcher Geduld und Hingabe die Lehrerinnen versuchen den Kindern zum Beispiel das Rechnen beizubringen. Auch hier waren die Kinder richtig neugierig und wollten wissen woher wir kommen, was wir machen und und und. Soo viele Fragen die wir gerne beantworten würden, doch das Problem war: Sie können uns nicht hören und wir die Gebärdensprache nicht. So haben die Lehrerinnen übersetzt, aber eins hab ich behalten. Ich kann jetzt Deutschland auf Gebärdensprache und das geht so:  Man ballt eine Faust und schlägt sie in die andere Hand. Ist gar nicht so schwer ;) Da die Inder Deutschland als Fußballnation kennen, stellt dieses Zeichen Deutschland da.


 

Yoga Stunde in der Gehörlosen Schule

Außerdem haben wir die Playschool (Kindergarten) und das Sportcenter angeschaut. Eigentlich war heute Abend noch ein Besuch beim Evening Studies Center geplant, jedoch machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung. Ja ihr habt richtig gehört, hier hat die Regenzeit angefangen. Wie lang und intensiv sie ist weiß keiner, we will see J Außerdem saßen wir in den letzten zwei Tagen auch öfters schon im Dunkeln, wie jetzt gerade. Stromausfall – das kam in den letzten Tagen öfters vor. Nach ein paar Minuten springt dann aber der Notstromgenerator an und unser Zimmer ist wieder hell erleuchtet.  Ihr seht also, uns wird nicht langweilig. J

 

Ich denke Bilder sagen mehr als tausend Worte, das euch alles zu beschreiben würde einfach zu lange dauern. J

Bis bald ihr lieben,

lasst mal was von euch hören! J

Johanna

 

Sea of faces - Kutless



 

 
 



 Der YMCA hat auch eine Art Kinderheim für Jungs.


 
Und das Sportcenter. Wo man Tennis und Badminton spielen kann. Es gibt Cricket und Rennbahnen. Allerdings wird hier erst abends Sport gemacht, tagsüber ist es nämlich mega heiß!