Oder
eben auch nicht. Obwohl wir uns in der Regenzeit befinden hat es in den letzten
Wochen kaum, genau genommen nur einmal geregnet. Und diesen Regen würde ich
eher als lauen Sommerregen bezeichnen, der nach kurzem auch wieder aufhörte und
verdunstet. Allgemein ist es hier in den letzten Tagen ziemlich heiß, sogar die
Inder finden es heiß. Jeden Tag hat es hier so zwischen 30 – 40 Grad. Gefühlt
noch viel heißer. Ihr denkt wahrscheinlich, oh hat sie’s gut. Aber glaubt mir,
so eine Hitze ist irgendwann nicht mehr schön. Gegen ein bisschen kühler, oder
etwas Herbstfeeling wie in Deutschland hätte ich im Moment nichts einzuwenden.
;) Doch mit der Zeit haben wir uns schon an das Klima hier gewöhnt. Eine
Inderin meinte, das mit der Hitze hier hängt sicher mit der Klimaerwärmung
zusammen – so heiß ist es um die Jahreszeit nämlich normal nicht.
Nach
den Ferien hat hier in Madurai mehr oder weniger auch der Alltag wieder überhandgenommen.
Letzten Donnerstag nahmen wir an einem
Workshop für angehende Lehrer teil, zum Thema Sonderpädagogik. In Indien steht
dies in keinem Lehrplan, nicht in der Schule und nicht im Studium. Selbst wenn
man Soziale Arbeit in Indien studiert, wird es wirklich nur kurz angerissen. So
hat der YMCA sich dazu entschieden, solche Workshops für Studenten anzubieten.
Einerseits als Aufklärungsarbeit über Behinderungen, andererseits, dass die
Lehrer erkennen und Wissen ansammeln, wie sie mit solchen speziellen Kindern
(liebevolle Umschreibung für Kinder mit Behinderung) umgehen müssen, wie sie
diese spezielle fördern und unterstützen können. Denn oft sind Lehrer an normalen Schulen im
Umgang mit speziellen Kindern überfordert. Wenn die Lehrer aber darüber aufgeklärt
werden und wissen, wie man beispielsweise eine mentale Zurückgebliebenheit oder
Down-Syndrom erkennt ist es einfacher, das Kind speziell zu fördern. In Indien sind
jedoch viele Missverständnisse oder
Irrtümer über Behinderungen im Umlauf. Vor allem natürlich in den niedrigen
Schichten und bei den nicht gebildeten. Uns wurde beispielsweise erzählt, dass
Menschen in kleinen Dörfern denken, dass wenn ein Mensch, der mental
zurückgeblieben ist einen gesunden Menschen heiratet, die mentale Zurückgebliebenheit
verschwindet und dieser Mensch wieder gesund ist. Obwohl ich in Deutschland in
der Schule schon ziemlich viel über das Entstehen von Behinderungen, Gründe,
Sonderpädagogik... usw. gehört habe, habe ich es hier in Indien nochmal aus
einem ganz anderen Fokus kennengelernt. Ein kurzes Beispiel dazu, es ging Prävention.
Wie man also die Wahrscheinlichkeit mindern kann, dass das Kind eine
Behinderung hat. Auf der Liste standen z.B. keine Drogen, Tabak oder Alkohol
während der Schwangerschaft. Aber ganz oben stand, dass man verheiraten in
nahen Verwandtenkreisen vermeiden sollte. In Deutschland spricht man da nicht
drüber, sondern es ist eigentlich klar. Doch hier ist das nochmal ganz anders.
Aber Heiraten ist nochmal ein viel zu großes Thema für jetzt. Vielleicht später
einmal.
Jetzt
ist Wochenende. Heute waren wir mit 3 Inderinnen aus der Schule und unserem lieben
Magicfahrer Kumar auf einem Tempel auf einem Berg in der Nähe von Madurai
namens Achtung: Thiruparankundram Temple.
Unmöglich das auszusprechen. Es ist oke, wenn du einfach drüber liest. Würde
ich auch machen ;)
Sport
haben wir heute genug gemacht. Wie schon gesagt liegt der Tempel auf
einem Berg und den mussten wir natürlich besteigen, mindestens 1000 Treppen
waren das Berg auf + Steigung + Hitze. Wir haben uns gefreut Madurai wieder
etwas mehr erkunden zu können und wir kommen immer wieder ins Staunen wie groß Madurai
doch tatsächlich ist. Wir wohnen relativ im Zentrum und kommen normal nicht
weiter als bis zur Schule, der Kirche oder drei vier Straßen um den YMCA herum.
Ist eben doch eine Millionenstadt.
Das gehört auch noch alles zu Madurai, ein anderer Stadtteil.
Zurück zum Tempel auf dem Berg. Den Auf und
Abstieg haben uns die Affen, die es dort überall gab etwas schwer gemacht. Ich
würde sagen typisch Frau. Anfangs dachten wir, oh cool wir sehen Affen. Die
sind ja soo süß. Kommen sie dir aber zu nahe, dann geht das Geschrei los. Auch
die Inderinnen wollten keine Freundschaften mit den Affen schließen und schrien
auch schon mal etwas lauter als wir. Zum Glück hatten wir einen Tapferen Ritter
mit Holzstock dabei, unseren Magicfahrer Kumar, der uns vor den Affen beschützt
hat. Allerdings gingen trotzdem 2 Wasserflaschen drauf und Hannas Chuditar und
Tasche haben jetzt dank einer Affeninvasion jeweils ein Loch. Aber keine
Angst, wir haben es alle überlebt. ;)

ziemlich anstrengend die tausende Stufen hochzusteigen.
Ab und zu stellte sich dann auch noch ein Affe in den Weg. Und die haben ganz schön lange Zähne sag ich euch.
Hier seht ihr unseren tapferen Ritter, wie er Mathilde vor dem Affen rettet. ;)
... hier gehörte die Wasserflasche noch uns....
...doch von dem einen auf den anderen Moment war sie in den Händen der Affen. Die haben das Wasser genossen.
Der Tempelwächter, er arbeitet auf dem Berg den ganzen Tag und geht abends dann wieder runter ins Dorf, das ist sozusagen sein Beruf. Ziemlich einsam irgendwie.
Auf
dem Rückweg haben wir noch halt bei dem Haus von einem Jungen aus der Schule
gemacht und ihn besucht. Er hat sich so riesig gefreut, dass wir ihn besuchen
kommen und hat über beide Ohren gestrahlt. Richtig stolz stellte uns seinen
Bruder vor, der sich wirklich richtig gut um ihn kümmert während die Eltern
arbeiten waren. Das Haus bestand einfach nur aus einem Raum. In dem ein
Metallbett stand und es gab einen kleinen Herd. Irgendwie komisch wenn man sich
vorstellt, dass dort 4 Menschen wohnen. Menschen wie du und ich. Menschen, die
sich über Dinge freuen, die für uns normal sind. Wir schenkten ihm eine Packung
Kekse und er war so überglücklich. Dieses Leuchten in seinem Augen und diese
Freude, das hat mich glücklich gemacht und die kleine Hütte schien etwas
heller.
Wer
übrigens nicht weiß was er machen soll oder mir ne Freude machen will, ich freu
mich immer über Post. Meine Adresse findet ihr unter Kontakt J
Lasst
mal was von euch hören! J
It will rain - Bruno Mars
















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