Nun bin ich wieder zurück in
Madurai. Zurück von unserer kleinen Reise im großen Indien. Zurück von langen
Zugfahrten. Zurück von einem teilweise ganz anderen Indien. Zurück mit ganz
vielen neuen Eindrücken, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Am 22. September gings früh am
Morgen, naja eigentlich noch mitten in der Nacht um 4 Uhr mit dem Zug los nach
Kerala, mit Hanna, Svenja und den beiden Dänen Mathilde und Pernille. Irgendwie
war ich schon aufgeregt, das erste Mal Zug fahren in Indien und das erste Mal alleine in Indien unterwegs. Alles haar genau
zu erklären was wir wo gemacht haben würde glaub ich einfach zu lange dauern.
Aber ich möchte euch natürlich trotzdem ein paar Highlights aus meiner letzten
Woche auf Reisen mitteilen.
Unser erster Zwischenstopp war Trivandrum,
für was Trivandrum bekannt ist, ist eigentlich eine gute Frage ;)
· Hier waren wir im Zoo – ihr fragt euch sicher,
was die Inder so für Tiere im Zoo haben. Aber sie sind eigentlich gar nicht so
anders, sogar Elefanten (die normal auf der Straße herumlaufen) konnte man im
Zoo bestaunen UND Störche, die bei uns so herumfliegen, konnte man auch im Zoo
hinter Gittern betrachten. Aber eigentlich fanden die Inder uns interessanter
als die Tiere, denn sie haben nicht die Tiere fotografiert, sondern uns! Das
war etwas komisch und man hat sich irgendwie selbst wie das Tier im Zoo
gefühlt.
· Außerdem sind wir über den Connemara Markt geschlendert
und haben ganz viel verschiedene Gewürzstände, Obststände und Kleiderstände gesehen.
Es gab auch einen Fleisch- und Fischmarkt. Wenn da die Gesundheitsbehörde
gekommen wäre, hätten sie sofort schließen können. Ich fand’s schrecklich auf
dem Fischmarkt, überall lagen aufgeschlitzte Fische rum, die einen angestarrt
haben und Flossen lagen auf dem Boden. Ich mag tote Fische ja schon in
Deutschland nicht. Vor dem Fischmarkt konnte man Männern zuschauen, wie sie „geschlachtet“
haben und dann das Fleisch zerhackt haben. In solchen Momenten möchte man am
liebsten nie mehr Fleisch essen. Was ich auch ziemlich krass fand war, dass
über den Markt lauter Aasgeier kreisten und nur warteten bis ein Stück Fleisch
runterfällt und sie es sich schnappen können und verspeisen.
Hier gab es an vielen großen Bäumen solche mega coole Schaukeln :)
·
Ihr werdets nicht glauben, ich habs in Indien tatsächlich
in die Zeitung geschafft. Allerdings eher ungewollt. Wir schauten bei einer
Demo von Frauen zu, die gegen Zwangsheirat unter 18 Jahren demonstrierten. Doch
anstatt, dass die Pressefotografen die Demo fotografierten, fotografierten sie
eben uns. Am nächsten Morgen am Bahnhof kam ein Mann auf uns zu und meinte „ I
know you, You are in the Newspaper!“, jetzt kennt uns also ganz Kerala.
Der nächste Stopp war Varkala,
hier konnten wir einfach mal Touri sein.
· Varkala ist ziemlich touristisch und was uns
etwas überrascht hat war, dass bei manchen Läden einfach manches auf Deutsch
stand – wie viel Deutsche waren bitteschön schon in Varkala, dass nach Englisch
und der Landessprache alles dort auch auf Deutsch steht?
· Dieses kleine Städtchen liegt direkt am Meer und
es war einfach schön auf den Ozean zu schauen, diese Weite zu genießen und dem
Rauschen der Wellen zu lauschen. Aber ich sag euch, die Wellen dort sind mega
gigantisch und es gibt riesige Palmen. Irgendwie sah es richtig paradiesisch
aus. Natürlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, eine Erfrischung im
Ozean zu nehmen und haben es genossen uns in die Wellen zu werfen.
indische Fischer beim morgendlichen Fischen.
Mit dem Zug ging es dann weiter nach Kollam, eine weitere Stadt direkt
am Ozean und bekannt für die Backwaters.
· Deshalb machten wir auch auf ganz viele
Empfehlungen eine Backwaterstour in einem kleinen Kanu. Es war richtig schön durch
die ganzen kleinen Kanäle zu schippern. Ab und zu war es allerdings ab und zu
ganz schön wacklig und ich hatte manchmal wirklich Schiss, dass wir kentern.
Aber unser Fahrer nahm das ganz gelassen und war stets „happy“. Die Backwaters sind ein bisschen wie ein
Urwald und ziemlich ziemlich leise ist es dort. Ich wusste gar nicht mehr, dass
es eine solche Stille gibt und es war schön diese zu genießen.
· Einen Abend verbrachten wir am Strand von
Kollam, jedoch war es etwas erschreckend wie die Inder mit ihrer Natur umgehen.
Überall am Strand lag Müll herum, seien es leere Flaschen oder Eisverpackungen.
Man saß dann einfach im Sand zwischen dem Müll und sollte um den Moment zu
genießen den ganzen Müll einfach ausblenden. Aber die Inder und der
Umweltschutz sind nochmal ein anderes und viel zu umfangreiches Thema, dazu
werde ich bestimmt mal noch etwas bloggen.
Nach Kollam führte uns unsere Reise
nach Kochi, bekannt vor allem für die
Chinesischen Fischernetze in Fort Kochi. Diese sind wirklich gigantisch groß
und werden heute immernoch zum Fischen benutzt.
· Mit der Fähre ging es von Ernakulam, wo wir im
YMCA gewohnt haben zu dem schönsten Stadtteil Kochis, nach Fort Kochi. Hier
schlenderten wir durch das jüdische Viertel, leider konnten wir nicht in die
Synagoge und den Palast hinein, da Sabbat war. Trotzdem hatten viele kleine
antike Geschäfte offen und es gab vor allem viele Gewürzläden, da Kochi bzw.
Kerala für die Vielfalt an Gewürzen bekannt sind.
· In Kochi schafften wir es dann zum 2. Mal in der
letzten Woche in die indischen Zeitungen, da wir mehr oder weniger dazu
gedrängt wurden am UN Tourism Day teilzunehmen. Die Inder veranstalteten zu
diesem Tag eine Competition zwischen Touristen und Indern. Leider fehlten ihnen
die Touristen und da kamen wir ihnen genau richtig. Nun ja, wir wollten uns den
Spaß natürlich nicht entgehen lassen – auch wenn es anfangs etwas komisch
erschien. Das Fernseh war dar, die Presse und irgendein UN-Chef. Zusammen mit
einem Franzosen bildeten wir deutsche Freiwillige mit den Dänen ein Team und
gewannen sogar im Seilziehen gegen die Inder (sie haben uns 100%-ig gewinnen
lassen, wir waren nämlich 5 Mädels + 1 Mann gegen 6 Männer). Am nächsten Tag
haben wir es dann sogar auf Seite 2 in der Zeitung geschafft. Ich bin jetzt
also in Indien berühmt.
Das waren nun ein paar Eindrücke
und ich bin froh über die kleine Reise, denn so hatten wir die Möglichkeit
Indien noch einmal ganz neu kennenzulernen. Sonst wohnen wir hier in Madurai
und haben nur das eine Bild von Indien – wie wir es eben in Madurai kennen.
Aber Indien ist so vielseitig und unterschiedlich, dass man es auch gar nicht
richtig erklären kann. Am Donnerstag geht der Alltag und die Schule wieder
richtig los. Starten werden wir mit einer Art Fortbildung für die Lehrer, die
mit Kindern mit Behinderung zusammenarbeiten.
Ihr seht also, Indien wird nicht
langweilig und es ist immer wieder spannend. Wie sieht das in Deutschland so
aus? Was passiert bei euch?
Owl City & Carly Rae Japsen - Good Time






















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